Zahnfleischbluten ist ein deutliches Zeichen dafür, dass das feine Gleichgewicht der Mundflora gestört ist. Probiotika bieten hier eine spannende Möglichkeit, das bakterielle Milieu im Mund positiv zu beeinflussen. Nicht alle Stämme wirken gleich – und einer davon sticht besonders hervor: Streptococcus salivarius M18. Während andere Probiotika wichtige ergänzende Rollen spielen, gilt M18 aktuell als einer der interessantesten Stämme für die gezielte Unterstützung von Zahnfleisch und Plaque-Kontrolle.
Warum die Mundflora so entscheidend ist
Im Mund leben hunderte Bakterienarten, von denen viele hilfreich, andere jedoch entzündungsfördernd sind. Gerät dieses Gleichgewicht aus den Fugen, können sich pathogene Keime wie Porphyromonas gingivalis oder Streptococcus mutansvermehren – ein klassischer Auslöser für Zahnfleischbluten. Probiotika wirken hier wie natürliche Gegenspieler: Sie besetzen Oberflächen, verdrängen schädliche Keime und fördern eine harmonische Mikroflora.
Der Topstar: Streptococcus salivarius M18
Unter den derzeit erforschten probiotischen Stämmen hat Streptococcus salivarius M18 besondere Aufmerksamkeit erlangt. Der Grund liegt in seiner Doppelwirkung: Er produziert natürliche antibakterielle Stoffe, sogenannte Bacteriocine, und kann gleichzeitig das Mundmilieu so beeinflussen, dass sich weniger Plaque bildet. Dieser Stamm stammt ursprünglich aus dem menschlichen Mund- und Rachenraum und ist somit optimal angepasst, sich dort anzusiedeln und zu wirken.
In Studien zeigte M18 die Fähigkeit, entzündungsfördernde Bakterien messbar zu reduzieren, die Bildung von Biofilm zu beeinflussen und das Zahnfleisch spürbar zu entlasten. Viele Nutzer berichten bereits nach wenigen Wochen von weniger Blutungen und einem insgesamt „ruhigeren“ Zahnfleisch. Da M18 direkt dort wirkt, wo die Probleme entstehen, wird er inzwischen als einer der vielversprechendsten Stämme im Bereich der Zahnfleischgesundheit betrachtet.
Weitere wertvolle Stämme – sinnvoll als Ergänzung
Auch wenn M18 eine herausragende Rolle spielt, entfalten andere probiotische Stämme ergänzende Eigenschaften, die in Kombination besonders wirkungsvoll sein können. Lactobacillus reuteri gehört beispielsweise zu den bestuntersuchten Stämmen bei Zahnfleischentzündungen und beeinflusst vor allem pathogene Keime. Lactobacillus rhamnosus wiederum unterstützt die Barrierefunktion und kann das Zahnfleisch widerstandsfähiger machen. Lactobacillus brevis und Bifidobacterium lactis modulieren das Immunsystem und wirken entzündungshemmend – interessante Bausteine, wenn das Zahnfleisch regelmäßig empfindlich reagiert.
Übersicht der wichtigsten probiotischen Stämme
| Probiotischer Stamm | Hauptwirkung | Besonderheiten | Relevanz für Zahnfleischbluten |
|---|---|---|---|
| Streptococcus salivarius M18 | Hemmung schädlicher Bakterien, Plaque-Kontrolle, Entzündungsreduktion | produziert Bacteriocine, siedelt sehr gut im Mundraum an | Top-Empfehlung – besonders wirksam bei Zahnfleischbluten |
| Lactobacillus reuteri (DSM 17938 / PTA 5289) | Reduktion pathogener Keime, Beruhigung des Zahnfleisches | einer der bestuntersuchten Stämme in der Zahnmedizin | starke Ergänzung zu M18 |
| Lactobacillus rhamnosus GG | Stärkung der Schleimhautbarriere, entzündungshemmend | robust und gut erforscht | sinnvoll zur Stabilisierung des Zahnfleisches |
| Lactobacillus brevis CD2 | Einfluss auf Entzündungsmarker, Unterstützung der Heilung | bildet entzündungshemmende Stoffe | hilfreich bei akuten Reizungen |
| Bifidobacterium lactis HN019 | Stärkung des Immunsystems, Unterstützung der Mukosa | wirkt eher systemisch, aber mit Effekt auf Mundschleimhaut | gute Ergänzung bei chronischer Empfindlichkeit |
Wie Probiotika am besten angewendet werden
Damit die Stämme im Mundraum tatsächlich wirken können, sollten sie in Form von Lutschtabletten oder langsam löslichen Tabletten angewendet werden – nicht als Kapseln, die im Darm landen. Besonders effektiv ist die Einnahme am Abend nach dem Zähneputzen, da die Bakterien über Nacht mehr Zeit haben, sich im Mundraum zu etablieren.
Erste positive Effekte sind meist nach einer bis zwei Wochen sichtbar, deutlichere Veränderungen oft nach vier bis acht Wochen.
Fazit
Probiotika haben sich zu einer wertvollen Ergänzung im Umgang mit Zahnfleischbluten entwickelt. Besonders Streptococcus salivarius M18 hat in den letzten Jahren gezeigt, dass er eine zentrale Rolle im Gleichgewicht der Mundflora spielen kann. Durch seine Fähigkeit, schädliche Bakterien zu verdrängen und die Plaque-Bildung zu beeinflussen, gilt er als einer der stärksten probiotischen Kandidaten für gesundes, widerstandsfähiges Zahnfleisch.
Andere Stämme wie Lactobacillus reuteri, Lactobacillus rhamnosus oder Lactobacillus brevis ergänzen diese Wirkung sinnvoll und können das Gesamtbild deutlich verbessern. Wer unter wiederkehrendem Zahnfleischbluten leidet, findet in einer gezielten probiotischen Kombination – mit M18 im Zentrum – eine natürliche und wissenschaftlich unterstützte Möglichkeit, dem Zahnfleisch zu mehr Stabilität zu verhelfen.
FAQ – Probiotische Stämme gegen Zahnfleischbluten
Ist Streptococcus salivarius M18 wirklich der wichtigste Stamm?
Ja. M18 siedelt sich besonders gut im Mund an, produziert antibakterielle Enzyme und wirkt direkt am Zahnfleischrand. Deshalb zeigt er oft die stärksten Ergebnisse bei Blutungen.
Braucht man zusätzlich andere Stämme?
Nicht zwingend. M18 wirkt allein sehr gut. L. reuteri, L. brevis oder B. lactis können die Wirkung aber ergänzen, vor allem bei empfindlichem oder chronisch entzündetem Zahnfleisch.
Wie schnell merkt man eine Verbesserung?
Viele bemerken Veränderungen nach 7–14 Tagen, stabile Ergebnisse nach einigen Wochen.
Wie nimmt man die Probiotika richtig ein?
Am besten als Lutschtablette abends nach dem Zähneputzen, damit die Stämme möglichst lange Kontakt zur Schleimhaut haben.
Gibt es Nebenwirkungen?
Selten. Gelegentlich tritt in den ersten Tagen ein ungewohntes Mundgefühl auf, das schnell wieder verschwindet.
Sind Probiotika auch bei Parodontitis hilfreich?
Ja, als Ergänzung. Sie ersetzen keine Behandlung, können aber Entzündungen reduzieren und die Mundflora stabilisieren.
Kann man sie dauerhaft einnehmen?
Ja. Die Stämme gelten als sicher und eignen sich gut zur langfristigen Unterstützung der Zahnfleischgesundheit.