Pollenflug ist ein alljährliches Naturphänomen, das für viele Menschen mehr bedeutet als nur ein Frühlingsgefühl – für Allergiker beginnt mit dem ersten Pollenflug eine Leidenszeit. Tränende Augen, laufende Nase, Niesattacken oder sogar asthmatische Beschwerden sind typische Symptome, die durch die winzigen Blütenpollen ausgelöst werden. In Deutschland leiden etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung an Pollenallergien, Tendenz steigend.
In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige über den Pollenflug, wie er sich im Jahresverlauf entwickelt, welche Pflanzen besonders allergieauslösend sind und was Sie konkret gegen Heuschnupfen unternehmen können. Ein Pollenflugkalender hilft Ihnen dabei, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen.
Was ist eigentlich Pollenflug?
Unter dem Begriff Pollenflug versteht man die Ausbreitung von Blütenpollen in der Luft. Viele Pflanzen – insbesondere Bäume, Gräser und Kräuter – setzen im Frühling und Sommer große Mengen Pollen frei, um sich zu vermehren. Diese Pollen sind für die meisten Menschen harmlos, bei Allergikern jedoch löst der Kontakt mit den Schleimhäuten eine Überreaktion des Immunsystems aus – die sogenannte Pollenallergie.
Warum reagieren Allergiker auf Pollen?
Der Körper von Allergikern stuft die Eiweiße in den Pollen als gefährlich ein und aktiviert eine Abwehrreaktion. Dabei wird der Botenstoff Histamin freigesetzt, der die typischen Allergiesymptome wie Niesen, Juckreiz oder Atemnot verursacht. Diese Überempfindlichkeitsreaktion kann sich mit der Zeit verstärken und unbehandelt sogar zu allergischem Asthma führen.
Pollenflug im Jahresverlauf – Wann fliegen welche Pollen?
Der Pollenflug beginnt oft schon im Januar und kann sich je nach Wetterlage bis in den Oktober ziehen. Eine klare saisonale Einteilung hilft Allergikern, sich besser auf die Allergiezeit einzustellen.
Pollenflugkalender Deutschland – Jahresübersicht
Monat | Bäume | Gräser & Getreide | Kräuter |
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Januar | Hasel | – | – |
Februar | Hasel, Erle | – | – |
März | Erle, Pappel, Weide | – | – |
April | Birke, Esche, Buche | erste Gräser | – |
Mai | Birke, Eiche, Platane | Gräser, Roggen | Wegerich, Ampfer |
Juni | Gräser, Getreide | Gräser-Hochsaison | Wegerich, Beifuß |
Juli | Beifuß, Brennnessel | Gräser | Beifuß, Ambrosia (beginnend) |
August | Ambrosia | vereinzelt Gräser | Ambrosia |
September | – | – | Ambrosia, Brennnessel |
Oktober | – | – | vereinzelt Ambrosia |
Frühling: Der Startschuss für die Pollenflugsaison
Bereits im Spätwinter beginnt die Pollenzeit für viele Allergiker – Hasel- und Erlenpollen sind die ersten in der Luft. Besonders in milden Wintern kann der Pollenflug sogar schon im Januar einsetzen. Spätestens im März folgen Birkenpollen, die als besonders allergieauslösend gelten. Die Birke ist einer der Hauptverursacher von Heuschnupfen in Mitteleuropa.
Sommer: Hochsaison für Gräserpollen und Getreide
Der Sommer ist für viele Allergiker die schlimmste Jahreszeit. Ab Mai fliegen zahlreiche Gräser- und Getreidepollen, darunter Roggenpollen, die starke allergische Reaktionen hervorrufen können. Gleichzeitig beginnt die Blütezeit vieler Kräuter wie Beifuß oder Wegerich.
In dieser Phase ist die Konzentration der Pollen in der Luft besonders hoch, insbesondere bei warmem, trockenem Wetter. Wer empfindlich auf Gräser reagiert, sollte in dieser Zeit möglichst den Aufenthalt im Freien reduzieren oder gezielte Schutzmaßnahmen ergreifen.
Herbst: Die Ambrosia – ein gefährlicher Neuzugang
Die Ambrosia, auch Beifußblättriges Traubenkraut genannt, stammt ursprünglich aus Nordamerika und breitet sich zunehmend auch in Deutschland aus. Ihre Pollen gelten als besonders aggressiv und können bereits in kleinsten Mengen Allergien auslösen. Die Blütezeit beginnt oft im Juli und reicht bis in den Oktober.
Ambrosiapollen sind so stark sensibilisierend, dass selbst Menschen, die zuvor nicht allergisch waren, Symptome entwickeln können. Besonders problematisch ist, dass die Pflanze auf Feldern, an Straßenrändern oder Baustellen wächst – also dort, wo man sie oft übersieht.
Wie beeinflusst das Wetter den Pollenflug?
Wetterbedingungen spielen eine zentrale Rolle beim Pollenflug. Bei trockenem, warmem und windigem Wetter sind besonders viele Pollen in der Luft. Regen hingegen kann die Luft kurzfristig reinigen – jedoch nur, wenn es länger und kräftig regnet. Nach einem kurzen Schauer steigt die Pollenkonzentration durch aufgewirbelte Bodenpollen oft wieder an.
Moderne Pollenflug-Apps und Wetterdienste bieten tagesaktuelle Informationen über die Pollenbelastung, damit Allergiker ihre Aktivitäten besser planen können.
Symptome einer Pollenallergie
Die Symptome reichen von leichtem Unwohlsein bis zu schweren allergischen Reaktionen:
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Juckende, tränende oder gerötete Augen
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Häufiges Niesen, laufende oder verstopfte Nase
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Kratzen im Hals oder Reizhusten
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Müdigkeit, Konzentrationsprobleme
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Atemnot bei starker Belastung oder Entwicklung von allergischem Asthma
Behandlungsmöglichkeiten: Was hilft bei Heuschnupfen wirklich?
Viele Allergiker greifen zu Antihistaminika, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Diese Medikamente lindern die Symptome, bekämpfen jedoch nicht die Ursache.
Langfristig kann eine Hyposensibilisierung helfen, bei der der Körper schrittweise an das Allergen gewöhnt wird. Diese Therapie ist besonders bei jungen Menschen erfolgversprechend und kann die Allergie deutlich abschwächen oder sogar ganz verschwinden lassen.
Auch Nasenspülungen mit Salzwasser, Luftreiniger mit Pollenfiltern, sowie das Tragen von Sonnenbrillen im Freienkönnen den Alltag erträglicher machen.
Alltagstipps für Pollenallergiker
Wer mit einer Pollenallergie lebt, sollte einige Maßnahmen beachten:
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Fenster nachts geschlossen halten – morgens ist die Pollenbelastung meist geringer
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Bettwäsche häufiger wechseln, Haare vor dem Schlafen waschen
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Pollenfilter im Auto verwenden
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Wäsche nicht im Freien trocknen
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Nach dem Spaziergang Kleidung wechseln
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Urlaub in pollenarmen Regionen planen (z. B. Küste oder Hochgebirge)
Fazit: Mit Wissen und Vorbereitung durch die Pollenzeit
Pollenallergien betreffen Millionen Menschen und können die Lebensqualität erheblich einschränken – müssen es aber nicht. Mit einem fundierten Verständnis über den Pollenflug, einem aktuellen Pollenflugkalender und wirksamen Schutzmaßnahmen lässt sich die Allergiezeit deutlich besser überstehen. Auch wenn sich der Klimawandel auf die Pollensaison auswirkt und sie verlängert, können Betroffene mit der richtigen Strategie ein aktives Leben führen.
FAQ – Häufige Fragen zum Thema Pollenflug
Wann ist der Pollenflug am stärksten?
Die höchste Belastung herrscht meist im Frühling und Frühsommer, vor allem bei trockenem, windigem Wetter.
Welche Pollen lösen am häufigsten Allergien aus?
Birke, Gräser, Beifuß und Ambrosia gehören zu den stärksten Allergenen in Mitteleuropa.
Gibt es regionale Unterschiede beim Pollenflug?
Ja, vor allem im Gebirge oder an der Küste ist die Belastung meist geringer. In Großstädten kann die Belastung je nach Luftverschmutzung stärker ausfallen.
Hilft eine Nasendusche wirklich bei Heuschnupfen?
Ja, regelmäßiges Spülen der Nasenschleimhäute kann Pollen aus der Nase entfernen und die Symptome deutlich lindern.